Wassermanagement dringend erforderlich

Walsrode. Was sind die Aufgaben der Stadtwerke Böhmetal? Wie sieht die Zukunft der Energieversorgung aus? Ist unsere Wasserversorgung gesichert? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt beim Besuch von CDU-Landtagskandidat Henrik Rump bei den Stadtwerken Böhmetal. Geschäftsführer Martin Hack und der Technische Leiter Thomas Wessel informierten ihn über die aktuelle Situation und die künftige Entwicklung.

Seit ihrer Fusion als ‚Stadtwerke Böhmetal GmbH‘ im Jahr 1998 haben sich die Stadtwerke weiterentwickelt. Als kompetenter Ansprechpartner für ihre Kunden im südlichen Heidekreis versorgen sie Haushalte und Unternehmen sicher und zuverlässig mit Strom, Gas, Wasser und Wärme. Zu ihrem Tätigkeitsbereich gehören auch Wartung und Service der Feuerwehrfahrzeuge. Mit dem Betrieb der Frei- und Hallenbäder in Walsrode, Bad Fallingbostel und Bomlitz fördern sie darüber hinaus die Lebensqualität der Menschen. Die Stadtwerke bieten insgesamt 160 Arbeitsplätze. 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche stehen Mitarbeiter bei dringenden Problemen zur Verfügung. 

Über die Zukunftspläne der Stadtwerke berichtete der scheidende Geschäftsführer, dass, in Zusammenarbeit mit der Stadt Walsrode, eine PV-Freiflächenanlage mit einer Leistung von rund 6.000 kW in Prüfung ist. Darüber hinaus soll im Wohngebiet an der Gänseweide und in Bad Fallingbostel im B-Plan Gebiet Große Heide VI die Wärmeversorgung über kalte Nahwärme gewährleistet werden. Die Erdwärme wird mit Hilfe von Kollektoren gewonnen, die in den Boden eingelassen werden. Im Inneren der Häuser sorgen Wärmepumpen für einen Temperaturanstieg für Heizung und Warmwasser. Ziel sei es außerdem, zu den schon vorhandenen PV Anlagen, weitere größere Betriebsgebäude der Unternehmensgruppe sukzessive mit Photovoltaikanlagen auszustatten. Hack machte deutlich, dass nicht nur Gas momentan eine Herausforderung darstelle: „Wir können unsere eigenen alternativen Energien leider nicht in der wünschenswerten Geschwindigkeit voranbringen. Die Lieferzeiten einzelner Bauteile betragen teilweise 18 Monate.“ Problem seien die anhaltenden Unterbrechungen der Lieferketten – speziell in China – wo immer noch die größten Produktionskapazitäten für Solarmodule aber auch für andere elektrische Bauelemente stehen. Die Auswirkungen sind auch bei uns spürbar. 

Beim Thema Wassermanagement bestand Einigkeit darüber, dass für die meisten Menschen die Versorgung mit Trinkwasser in bester Qualität selbstverständlich ist. Den Wenigsten ist aber bewusst, welche Anstrengungen die Stadtwerke und der Wasserverband Heidekreis dafür unternehmen. Dass der Grundwasserspiegel in den letzten Jahren stetig gesunken ist, kann auch Rump, der einen landwirtschaftlichen Betrieb führt, bestätigen. 

Die intensivere Nutzung des Grundwassers und vermehrte Hitzeperioden als Folge des Klimawandels führten zu einem stärkeren Beanspruchen des Grundwasserkörpers. Die Grundwasserneubildung werde allerdings durch verschiedene Faktoren beeinflusst.  Es fehle, als Basis für weiterführende Maßnahmen, eine belastbare flächendeckende Datengrundlage wo, wann und wieviel Wasser entnommen werde und wie viel der Regenmengen tatsächlich die Grundwasserneubildung unterstützen. „Wir benötigen im Heidekreis ein effizientes nachhaltiges Wassermanagement, das von der Verwaltung des Heidekreises mit der Unteren Wasserbehörde angestoßen werden muss“, machte der Geschäftsführer deutlich. Die Stadtwerke und der Wasserverband würden eine solche Initiative in jedem Fall unterstützen, da dann eine fundierte Datenbasis als Gesprächs- und Entscheidungsgrundlage verfügbar ist.

Der CDU-Landtagskandidat appellierte daran mit allen Beteiligten zusammenzukommen, um diese Aufgabe zu lösen, bevor es zu spät ist: „Gerade in Zeiten des Klimawandels muss mit der Ressource Wasser besonders umsichtig umgegangen werden. Die verschiedenen Nutzungsinteressen, vom privaten Gebrauch über die Landwirtschaft bis hin zur Industrie, sind so zu steuern, dass eine faire und nachhaltige Teilhabe am Wasserangebot sichergestellt wird.“

Abschließend hob Rump die herausragende Arbeit der Stadtwerke hervor: „Die Stadtwerke Böhmetal sind für ein vielfältiges Aufgabenspektrum zuständig. Die Herausforderungen wie die steigenden Energiepreise oder der sinkende Grundwasserpegel werden künftig weiter zunehmen. Nur gemeinsam können wir diesen Herausforderungen begegnen und Lösungen finden.“